www.new-york-online.com


Direkt zum Seiteninhalt

"more know"


"I Love NY"

Jeder kennt das Logo, das berühmte "i love NY" mit dem dicken roten Herz in der Mitte.
Oft kopiert, oder vornehmer gesagt adaptiert, ist es um die ganze Welt gegangen.
Seinen Schöpfer aber kennen nur wenige, den Grafiker- und Industriedesigner
Milton Glaser.
1929 wurde er in New York geboren, besuchte dort die Cooper Union Art school und ist seit den 50er- Jahren in verschiedenen Bereichen tätig.Er entwarf Poster wie das von Bob Dylan mit bunten Harren, war als Desingner und Re-Designer für bekannte Zeitschriften, wie das "New Yorker Magazin"und
"Paris Match", tätig und machte sich auch als Innenarchitekt einen Namen, zum Beispiel mit der Neugestaltung des Rainbow Room im Rockefeller Center.Heute arbeitet er vor allem im Editorial und Corporate Design.Das New York Logo, das um die Welt ging, entstand 1973, als die Stadt wirtschaftlich daniederlag und ihr Image aufbessern wollte, und ist - nach wie vor eintragbares Logo auf der ganzen Welt.

Kleindeutschland
Dutchtown, Litde Germany Kleindeutschland oder Deutschlandle,
so hieß das Viertel, das in den 1840er-Jahren in der Lower East Side
entstand und in den folgenden Dekaden zu einer veritablen Großstadt mit mehreren hunderttausend Einwohnern heranwuchs. 1840 zählte die deutsche Gemeinde in New York etwa 24 000 Mitglieder, 1860 mehr als 200 000, 1880 waren es 370 000, ein Drittel der Gesamtbevölkerung der Stadt. Religiös und politisch Verfolgte, Bauern ohne Land, durch die Industrialisierung arbeitslos gewordene Handwerker - Menschen aus allen Regionen und sozialen Schichten machten sich auf den Weg nach Bremerhaven, um von dort in ein besseres Leben zu starten. Viele nützten New York nur als Durchgangsst.uion, viele blieben. Besonders großen Zustrom erlebte die New Yorker Emigrantengemeinde nach der fehlgeschlagenen Revolution von 1848 und, in einer zweiten Welle, 30 Jahre sparet nach den Sozialistengesetzen von Bismarck. Kleindeutschland lag im nördlichen Teil der Lower East Side, Östlich der Bowery eine germanische Enklave mit florierenden Handwerksstätten, kleinen Fabrikbetrieben und Brauereien, eigenen Schulen, Zeitungsverlagen, Bücherei, Theater und Krankenhaus. Hier sprach man deutsch, sang deutsch, feierte deutsch. An der Bowery, der Vergnügungsmeile von Little Germany reihten sich die Wirtshäuser, Bierhallen und Biergärten, die Tanzsäle, in denen Trachtenkapellen ihr Publikum mit heimischen Melodien entzückten. Fröhliche Urständ feierte die Vereinsmeierei: Es gab Kegelclubs, Schützen-, Turn- und mehr als drei Dutzend Musik- und Gesangvereine. Über 1000 Mitglieder zählte der elitäte „Deutsche Liederkranz", der von Heintich Steinweg, dem Begründer der weltberühmten Pianofabrik Steinway and Sons, und Oswald d Ottendorfer, dem Verleger der „Deutschen Staats-Zeitung", geleitet wurde. Als New York in der Silvester- nacht 1899 vor der City Hall das neue Jahrhundert begrüßte, traten die Gesangvereine als Massenchor auf und beglückten die Menschenmenge mit Liedern aus der alten Heimat. Natürlich wurden auch die Deutschen als Fremde beäugt und verspottet, zumal sie so komisch sprachen und so viel Bier tranken, was vor allem den puritanischen Angelsachsen missfiel und zu manch handfester Auseinandersetzung fiihrtc. Doch so massiver Anfeindung und Diskriminierung wie die Iren sahen die, Deutschen sich nicht ausgesetzt, obwohl auch unter ihnen viele Katholiken waren. Das lag sicher daran, dass die Teutonen unter n sich blieben und sich selbst genügten: Sie waren die erste große Immigrantengruppe, die nicht Englisch sprach, sich anders kleidete und andere Essgewohnheiten hatte als die übrigen New Yorker. Der funktionierende und wirtschaftlich florierende Mikrokosmos Little Germany ernährte seine Bewohner im wahrsten n Sinne des Wortes, sie waren nicht wie die Iren darauf angewiesen, mit den Ärmsten um schlecht bezahlte Jobs zu konkurrieren. Im Gegenteil: New York schätzte die Deutschen als Handwerker, sie waren gesuchte Schneider, Schuster und Möbelschreiner, und die liberalen Intellektuellen trugen viel zum kulturellen Leben der ie Stadt bei. Die deutschen Sozialisten engagierten sich auch in der Neuen Welt, sie gründeten die erste marxistisch orientierte Partei Amerikas, die Socialist Labor Party, Gewerkschaften und Arbeiterbildungsvereine. Im Verbund mit ostjüdischen Immigranten schufen sie die Basis für die amerikanische Arbeiterbewegung.
Heute sind nur noch rudimentäre Spuren der deutschen Besiedlung in der Lower East Side zu finden, „Freie Bibliothek und Lesehalle", die Inschrift über dem Eingang erinnert daran, dass die Public Library an der 3rd Avenue/Ecke St. Mark's Place ehemals eine deutsche Einrichtung war, ebenso wie nebenan die Stuyvesant-Poliklinik. Eine Statue im Tompkins Square Park gedenkt der über 1000 Frauen und Kinder der deutschlutherischen Gemeinde, die 1904 bei einer Dampferfahrt auf dem East River einer Brandkatastrophe zum Opfer fielen. Für die überlebenden der traurige Anlass, das Viertel zu verlassen und nach Yorkville in den Norden zu ziehen, das sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts, als der Zustrom der osteuropäischen Juden die Lower East Side zu verändern begann, zum neuen deutschen Zentfum in Manhattan entwickelt hatte.

WASSERTANKS
wir wissen es längst: Nichts und niemand kann dieser Stadt das Wasser reichen. Sie pulsiert, steht ständig unter Druck, hat von allem dass Neuste Man sollte solche Klischees nicht wörtlich nehmen. Zumindest nicht, wenn es ums Wasster geht. Da fehlt nämlich der Druck, beziehungsweise der reicht nicht. Er ist so schwach, dass sogar New Yorks Bravest der Mut verlässt, wenn ein paar Kinder die Hydranten aufdrehen; und was die Versorgung der Haushalte betrifft, so pulsiert oberhalb des sechsten Stockwerks nichts mehr. Da nun rund 10.000 Gebäude in New York höher sind als sechs Etagen, ist das bitter, aber an sich kein Problem. In anderen amerikianischen Städten arbeiten moderne Pumpen rund um die Uhr und sorgen für den Wasserrfluss, New York hingen zieht es vor, wie im 19. Jahrhundert am Tropf zu hängen: Auf jedem Dach, auch auf den modenen Hochhäuser, ist mindestens ein riesiger Tank installiert, der einmal gefüllt wird und von dem aus das Wasser dann nach unten durch die Leitungen läuft. Bis zu 40.000 Liter fassen diese Bottiche, die aussehen wie große hölzerne Gurkenfässer mit einem gespitzten Deckel. „Bessere" Hochhäuser in Manhattan verbergen diese profanen Notwendigkeiten natürlich - wie würde das auch aussehen, wenn auf dem Sony Building statt der Chippendale-Spitze ein Fass thronen würde. Wo auf Kosmetik weniger Wert gelegt wird, bildet der Tank die Spitze und die Skyline von New York zeigt sich von ihrer ungeschminkten Seite. Zum Beispiel in Brooklyn. Von der Hochbahn aus gesehen, wirken weite Teile des Boroughs wie ein Raketenabschussfeld, wo hunderte dicke, stumpfe Flugobjekte auf eisernen Gestellen nur daraufwarten, gezündet zu werden. Die Manhattaner haben es sich übrigens um ihre Wassertanks herum gemütlich gemacht. Auf den flachen Hausdächern grünt und blüht es, es gibt sogar einen Imker, der dort oben seine Bienenstöcke stehen hat, und der Ausdruck „tar beach" für die Sonnenterrassen in luftiger Höh ist durchaus angemessen: Schließlich liegt der Strand am Wasser.




Wussten Sie eigentlich , das die Musiker in der New Yorker U-Bahn,
nicht einfach so nach guter Laune und gutem Willen musizieren dürfen?
Denn 1985 rief die MTA das Förderprogramm „Music under New York“ („Musik unterhalb New Yorks“) ins Leben, um Qualität und Vielfalt der U-Bahn-Musikanten zu sichern. Dazu werden nach bestimmten Kriterien jedes Jahr 20 neue Musikkünstler ausgesucht, die eine Lizenz für Auftritte in U-Bahnhöfen auf Lebenszeit erhalten. Dabei sind praktisch alle Musikrichtungen und -instrumente vertreten.

C:\Users\Home-PC\Pictures\TheoEastwindColor134a.jpg
Error File Open Error





Wohin mit dem New Yorker Müll........?
Seit 1948 liegt auf Staten Island die Fresh-Kills-Mülldeponie, die der Stadt New York für mehr als ein halbes Jahrhundert als zentrale Müllkippe diente. Der Name leitet sich vom niederländischen Wort für ein Gewässer ab. Es gibt ihn in Varianten mehrfach in der Region. Die Deponie gehörte zu den größten künstlichen Erhebungen der Welt und war für ihre starken Methanausgasungen berüchtigt. Im März 2001 wurde sie nach zunehmenden Protesten geschlossen; 2003 begann die Renaturierung. Der Schutt des durch Terroranschläge zerstörten World Trade Centers wurde ab 2001/2002 hier gelagert.


C:\Users\Home-PC\Pictures\fresh_kills_compacting_1-fg.jpg
Error File Open Error

Der Soundtrack einer New Yorker U-Bahnlinie
Manche glauben, ob der unregelmäßigen Intervalle, dass es die U-Bahnlinie G Train zwischen dem Süden Queens und dem Süden Brooklyns gar nicht gibt. Daneben beschweren sich die Fahrgäste über heruntergekommene Stationen und Wagons, und die schlechte Anbindung an andere wichtigere U-Bahnlinien New Yorks.
Die größte Schwäche des G Train ist, dass es die einzige Linie ist, die nie das Zentrum New Yorks, nie Manhattan erreicht. Trotz der offensichtlichen Schwächen der U-Bahnlinie, sind der G Train und die Orte, die die Linie miteinander verbindet, zum Symbol für die kulturelle und musikalische Emanzipation des Stadtteils Brooklyn geworden. Brooklyn, der mit über 2,5 Millionen Einwohnern größte der fünf Bezirke New Yorks, hat im letzten Jahrzehnt ein eigenes Selbstbewusstsein entwickelt, abseits von Manhattan.
Es leben hier Immigrantinnen und Immigranten aus der Karibik, von den West Indies und Nachfahren von Sklaven aus den Südstaaten der USA. Musikclubs und Plattenläden entsprechen dem ethnischen Charakter der Gegend: Hip Hop, Rhythm 'n' Blues und Musik aus Haiti und Jamaica sind dominant. Next stop: Fulton Street!
Eine U-Bahnstation weiter nördlich findet man Brooklyns prominenteste Musikinstitution, die Brooklyn Academy of Music BAM. Darrell McNeil, Kurator für die Live-Konzert-Schiene des BAM Café, versucht mit dem Programm musikalische Grenzen zu öffnen.
"Da Brooklyn lange Zeit als die Peripherie von New York galt, konnte man hier Dinge ausprobieren, ohne ethnische Zuschreibungen und kommerzielle Zwänge", so McNeil. "Deshalb können bei uns Afroamerikaner mit Rockbands auftreten oder wir veranstalten Konzerte mit spanischsprachigem Indiepop. Die musikalische Vielfalt von Brooklyn wird hier repräsentiert." Williamsburg: Das "Epizentrum des Indierocks"
Rund um die G Train Station "Metropolitan Avenue" sind in den letzten zehn Jahren Netzwerke aus Labels, Proberäumen, Konzerthallen, Bars und Clubs entstanden. Williamsburg wurde zum kreativen Zentrum New Yorks für neue, unabhängige Rock- und Popmusik. Die sogenannte "Independent Music" von Bands wie Vampire Weekend, MGMT alias Management oder TV On The Radio ist heute ein globales Exportgut und ein wertvoller "creative industry"-Standortfaktor für den Bezirk.
Die Hipster, die Musikerinnen, Musiker und Künstler prägen die Identität von Williamsburg, obwohl mit über 60.000 chassidischen Satmar, einer orthodoxen jüdischen Gemeinschaft und zehntausenden Latinos, das Viertel von vielfältigen kulturellen Identitäten geprägt ist.
Der G Train ist eine U-Bahnlinie für Minderheiten, ein Zug der nicht ins kulturelle Zentrum von New York führt. Doch in den Vierteln rund um die U-Bahnstopps des G Train prosperiert kulturelle und musikalische Diversität und ist nicht, wie schon längst in Manhattan, durch finanziellen Druck, durch hohe Mieten und Lebenskosten, verschwunden.

Ein Taxi für New York
NY hat 8 Millionen Einwohner, für die 13.000 Taxis zur Verfügung stehen, das entspricht einer Taxidichte von 1,625 Taxis auf 1000 Einwohner. Im Vergleich dazu hat München eine Taxidichte von 2,7, Berlin 2,0.
In den 30er Jahren wurden die Taxizahl in New York reguliert, nachdem in der großen Wirtschaftskrise ca. 30.000 Taxis unterwegs waren, als Aufsichtsbehörde wurde die Taxi & Limousine Commision (TLC) eingesetzt.Während 1985 der Preis für eine Taxi Lizenz noch bei 100.000$ lag, so kletterte er 2007 auf schlappe 600.000$.Aufgrund dieser schwindelerregenden Preise, gibt es wenige selbstfahrende Einzelunternehmer, die meisten Taxiflotten werden von Investment Firmen betrieben.
New Yorker Taxis sind alle bekanntermaßen gelb. Das geht auf die Taxifirma „Yellow Cab“ zurück, die als erste diese Farbe für ihre Taxis einführte, 1967 wurde es dann gesetzlich festgelegt. 2007 war das 100-jährige Jubiläum der New Yorker Cabbies und zu diesem Anlaß wurden die New Yorker Taxis einem Facelift unterzogen, u.a anderem gab es auch ein neues Logo, das seitdem an jeder New Yorker Taxitür zu sehen ist. Mehr dazu kann man auf taxi07.org nachlesen.
Das New Yorker Taxi schlechthin war das „Checker Cab“, das von der Checker Motors Corporation ausschließlich zum Gebrauch im Taxigewerbe hergestellt wurde. Produziert wurden die Fahrzeuge bis 1982.
Das New Yorker Taxi schlechthin war das „Checker Cab“, das von der Checker Motors Corporation ausschließlich zum Gebrauch im Taxigewerbe hergestellt wurde. Produziert wurden die Fahrzeuge bis 1982.
Aufgrund des hohen Spritverbrauchs von 20l/100km des Checkers, setzte sich in den 80ern der Chevrolet Caprice als Taxi durch, der dann in den 90ern vom Ford Crown Victoria abgelöst wurde. 2007 startete der Bürgermeister Bloomberg die Initiative, daß alle Taxi bis 2012 mit Hybridmotoren ausgerüstet sein müßen und seitdem hält der Toyota Prius und das Hybrid-Modell des Ford Escape Einzug in das Taxigewerbe.Anders wie bei uns, arbeiten Taxifahrer in NY nicht als Angestellte, sondern als Selbstständige und müßen sich das Taxi für die Schicht zu einem festen Preis anmieten. Dieser beträgt zur Zeit ca. 130$ pro Schicht, das Benzin muß vom Fahrer am Ende der Schicht bezahlt werden. In Deutschland ist die Vermietung von Taxis explizit verboten. Die Schichten dauern genau wie bei uns 12 Stunden, beginnen aber schon um 4 Uhr bzw. 16 Uhr. 90% der Taxifahrer sind Immigranten, nur 9% der Fahrer sind in den Vereingten Staaten geboren, einen Taxischein besitzen ca. 40.000 Leute.




C:\Users\Home-PC\Pictures\checker-cab1.jpg
Error File Open Error

Harmlose Blitze über New York
Wenn man in New York nach dem Sonnenuntergang zum berühmten Impire State Building hochblickt, kann man immer wieder kleine, aufleuchtende Lichtpunkte beobachten. Touristen versuchen, mit dem Blitzlicht ihrer Kameras die imposante Skyline der abendlichen Metropole zu fotografieren. Leider allabendlich vergebens. Es ist nicht etwa die Laufzeit des Lichts, die solche Aufnahmen unmöglich macht. Licht ist mit einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von 300 Kilometern pro tausendstel Sekunde schließlich schnell genug, um innerhalb der Belichtungszeit zurückgeworfen zu werden. Das Problem ist jedoch die viel zu geringe Intensität des reflektierten Lichts. Abgestrahltes Licht wird nämlich mit dem Quadrat des zurückgelegten Weges schwächer. Dies gilt für das zurückkommende Licht nochmals, sodass von einem mehrere Kilometer entfernten Wolkenkratzer praktisch keine Photonen mehr zurück zur Kamera finden. Kurzum: Blitzlichtaufnahmen sind nur bei Distanzen von bis zu rund zehn Metern möglich - auch wenn dies überall auf der Welt manche Touristen einfach nicht wahrhaben wollen.

Woodstock war ein riesiges Missverständnis
Von wegen Love and Peace: Wenn das legendäre Woodstock-Festival in diesen Tagen seinen 40. Geburtstag feiert, wird wieder viel verklärt. Denn bereits hier zerfielen die Utopien der Popmusik. Das gewaltbereite Verhalten der Band The Who steht dafür beispielhaft. Von Idealen war schon lange keine Rede mehr.

Das Festival von Woodstock ging als liebevolle Schlammschlacht in die Weltgeschichte ein, als Manifestation der menschlichen Musik. Zu dem dreitägigen Konzert im August 1969 waren 400.000 Jugendliche auf einem Maisfeld beim kleinen Ort Bethel in der Nähe von Woodstock zusammengekommen, anderthalb Autostunden nördlich von New York City. Joan Baez sang schwanger „We Shall Overcome“ und löste damit einen reinigenden Sommerregen aus. Dabei war Woodstock anfangs eine Geschäftsidee. Sie musste aber erst zum Happening ausarten, um als Marke langfristig Gewinne zu erwirtschaften. Der Unternehmer Michael Lang begriff damals, dass es sich lohnte, in Pop zu investieren. Kapital für eine Produktionsfirma für Popmusik sollte das Festival abwerfen. Um das Event zu finanzieren, zapfte Lang die Investoren von der Wall Street an. Er rechnete mit 60.000 Gästen, denen für damals noch stolze 18 Dollar die Musik der Zeit geboten wurde. Weil Bob Dylan bei Woodstock wohnte, versprach sich Michael Lang vom Markennamen Woodstock einiges. Bob Dylan kam aber nicht. Dafür Heerscharen von Menschen, die für Zäune, Kartenkassen und Hygiene wenig übrig hatten. Album, Film und Mythen warfen später allerdings fantastische Renditen ab. Seither hört Woodstock nicht mehr auf.
Woodstock galt als letzte paradiesische Zusammenkunft im Pop. Die Vertreibung aus dem Paradies folgte im Spätherbst. Bei einem Konzert der Rolling Stones in Kalifornien wurde direkt vor der Bühne der schwarze Jugendliche Meredith Hunter erstochen, von einem Mitglied der Hell’s Angels, die als Ordner auftraten. Die Stones setzten das Konzert fort. Es war das Ende aller Unschuld, nicht der Träume. So wird die Geschichte seit jeher erzählt. Man hätte aber schon in Woodstock die Wahrheiten und Warnungen von 1969 erkennen können. Am zweiten Tag spielten dort die Engländer The Who. Die Band hatte die erste Rockoper verfasst, verlangte ihr Gehalt im Voraus und war nur durch angedrohte Bloßstellung zum Auftritt bei der Massenkirmes zu bewegen. Auf der Bühne trat Pete Townshend erst den Kameramann, dann schlug er Abbie Hoffman, einem Aktivisten der Protestbewegung, die Gitarre auf den Kopf. Der Störenfried hatte versucht, auf die Gefangennahme eines Kameraden hinzuweisen. Townshend hatte nichts gegen die Bürgerrechtler von Chicago – solange sie ihm nicht seine Werbung für die Platte „Tommy“ versauten. Am weitsichtigsten äußerte sich ausgerechnet Janis Joplin: „Früher waren wir nur Wenige. Jetzt gibt es Massen und Massen und Massen von uns.“ Wovon? Von Menschen unter 30? Babyboomern? Blumenkindern? Revolutionären? Rettungslos Betrunkenen und Bedröhnten? Konsumenten lebender Musik? Das „Festival For Peace And Music“, wie Woodstock hieß, war die Wallfahrt aller Gläubigen von 1968. Achtundsechzig stand für ewige Wahrheiten und Weltanschauungen. Seit Neunundsechzig aber gibt es keine Wahrheit mehr.


Bomben auf Big Apple
Raketen, Fernbomber und Sabotagetrupps: Knapp sechzig Jahre vor den Attentaten auf New York am 11. September 2001 träumten die Nazis davon, die US-Metropole in Schutt und Asche zu legen. Dass ihre Pläne scheiterten, lag an der Unmöglichkeit ihrer Ideen - und am Dilettantismus ihres Agentenpersonals.
Allmählich verlor Kapitänleutnant Hans-Heinz Lindner die Nerven. Der Morgen des 13. Juni 1942 dämmerte bereits, an der Uferstraße des Örtchens Amagansett auf Long Island fuhren schon die ersten Autos. Aber U-202 saß fest. Hilflos wie ein gestrandeter Wal lag der graue Stahlkoloss im flachen Wasser auf einer Sandbank, keine 200 Meter vom Strand entfernt. Nur noch wenige Stunden, und jeder Spaziergänger würde das deutsche U-Boot aus den Fluten des Atlantiks ragen sehen.
Doch so weit kam es nicht. Lindner ließ die Maschinen mit voller Kraft laufen. Es gelang ihm mit dem letzten Versuch, das schon zur Sprengung vorbereitete U-Boot mit der langsam aufkommenden Flut wieder in die offene See zu manövrieren. Noch bevor irgendjemand U-202 entdecken konnte, war es abgetaucht. Unter Deck feierten die Seeleute ihre Rettung in letzter Minute.
Der Beinahe-Verlust eines vor der amerikanischen Ostküste operierenden U-Boots war der Auftakt zu einer der skurrilsten Kommando-Unternehmungen während des Zweiten Weltkriegs: der Einschleusung eines deutschen Sabotagetrupps in die USA. Eine streng geheime Mission, die zudem beklemmende Parallelen zur Gegenwart aufweist: Denn knapp sechzig Jahre vor dem 11. September 2001, als islamistische Terroristen in New York mit zwei entführten Verkehrsflugzeugen in die Türme des World Trade Centers einschlugen und fast 3.000 Menschen töteten, hatten die Nazis ganz ähnliche Ziele verfolgt.
Sabotage-Crashkurs für unerfahrene Agenten
Das "Dritte Reich" wollte seinen Kriegsgegner USA dort treffen, wo er am verletzlichsten war: im eigenen Land. Und so hatten NS-Strategen gleich mehrere Pläne entworfen, die pulsierende Metropole New York mit verlustreichen Terroranschlägen zu erschüttern: Mit Superraketen, Kamikaze-Piloten, Fernbombern - oder eingeschleusten Agenten.
Die deutschen Spione, deretwegen sich U-202 überhaupt so nah an die feindliche Küste gewagt hatte, konnten die US-Bevölkerung aber kaum beunruhigen. Das "Unternehmen Pastorius", die Entsendung feindlicher Agenten, entwickelte sich zu einem grandiosen Fehlschlag. Und das, obwohl die Spionage-Abwehr der Wehrmacht großen Aufwand bei der Auswahl und Ausbildung des achtköpfigen Terrorteams betrieben hatte.
Die Männer, die allesamt einige Jahre in den USA gelebt, jedoch nie für einen Geheimdienst gearbeitet hatten, nahmen im April 1942 an einem Sabotage-Crashkurs auf Gut Quenzsee bei Brandenburg teil. 18 Tage lang wurde ihnen von Militärexperten der Einsatz von Sprengstoff und Zeitzündern eingetrichtert. Außerdem mussten sie den Umgang mit Schusswaffen und Handgranaten lernen. Das sportliche Rahmenprogramm bestand unterdessen aus Jiu-Jitsu-Einheiten. Im Juni setzten U-202 und U-584 die frisch gedrillten Geheimagenten in zwei Gruppen zu je vier Mann an den Küsten vor Florida und Long Island ab.
Sprengstoff in den Dünen
Doch anstatt Bahnbrücken, Kraftwerke oder Tunnel zu sprengen, kriegswichtige Industriekomplexe lahmzulegen und die amerikanische Zivilbevölkerung zu demoralisieren, sorgte das Kommando allein in ihren deutschen Dienststellen für blankes Entsetzen. Einer "der kühnsten Sabotagepläne in der Geschichte" war nach nur zwei Tagen aufgeflogen. Auch, weil die hoffnungsvolle Agentenschar die bis dato größte Fahndungsaktion in der Geschichte des FBI ausgelöst hatte, wie der Historiker Günther W. Gellermann rekonstruiert hat.
Verantwortlich für das Spionage-Desaster war vor allem der 39 Jahre alte Georg John Dasch, der Anführer der Long-Island-Gruppe. Er war nicht nur während der Landung mit dem Schlauchboot um ein Haar ertrunken, sondern auch wenig später in den Dünen von dem 21-jährigen Coast Guard John Cullen entdeckt worden. Im Schein der Taschenlampe gab der klitschnasse Dasch vor, Fischer zu sein. Er packte den jungen Mann am Kragen, schüchterte ihn ein - und drückte ihm anschließend 260 Dollar Schweigegeld aus seiner Agentenkasse in die Hand: Cullen sollte den Anblick der vier Männer am Strand schleunigst vergessen.
Das tat der misstrauische Coast Guard natürlich nicht: Er verständigte seine Kollegen, die wenig später aus dem feuchten Sand vier hastig verscharrte Kisten mit Sprengstoff und deutsche Uniformen ausgruben. Das alarmierte FBI suchte fieberhaft nach den vier Fremden und fand sie bereits zwei Tage später in New Yorker Hotels, wo sie abgestiegen waren.
Hitler träumt vom brennenden New York
Schnell wurde bekannt: Dasch hatte sich - kaum dass er in der Anonymität der Großstadt abgetaucht war - der US-Bundespolizei gestellt. Als Beweis seiner Agententätigkeit hielt er den Beamten im Hotelzimmer mit Zaubertinte beschriebene Taschentücher vor, auf denen seine Angriffsziele vermerkt waren: Dasch, der von den verhörenden Polizisten später als "Neurotiker" beschrieben wurde, hatte das "Unternehmen Pastorius" bis in alle Einzelheiten ausgeplaudert. Und so flogen nur wenige Tage später die letzten vier deutschen Saboteure der Mission auf, die in Florida gelandet waren.
Am 8. August 1942 beendete der elektrische Stuhl im Washingtoner Bezirksgefängnis die kurzen Agentenkarrieren von sechs Deutschen. Mit Ausnahme der Überläufer Dasch und Ernst Peter Burger, die zu hohen Haftstrafen in den USA verurteilt wurden, hatte US-Präsident Roosevelt alle "Pastorius"-Mitglieder hinrichten lassen.
Im fernen Deutschland blieb Hitler trotz des Reinfalls seines Kommandounternehmens von der Vorstellung des brennenden New Yorks geradezu besessen. Der mächtige Gegner jenseits des Atlantiks sollte durch empfindliche Schläge an seiner Heimatfront zum Ausscheiden aus dem Krieg bewegt werden. Nur allzu gerne ließ sich der "Führer" in der Reichskanzlei Filme vom "brennenden London", von "explodierenden Geleitzügen" oder vom "Feuermeer über Warschau" vorführen, wie sich sein Leib-Architekt Albert Speer in den "Spandauer Tagebüchern" erinnerte. Angesichts solcher Bilder hätte sich Hitler wie im Rausch den "Untergang New Yorks in Flammenstürmen" vorgestellt.
Bomber, Raketen, Selbstmordpiloten
Kein Wunder also, dass am Reißbrett der NS-Strategen gleich mehrere Projekte mit dem Angriffsziel New York entstanden, die zum Teil sogar aus der Vorkriegszeit stammten: Bereits 1937 wurde Hitler während eines Besuchs der Messerschmitt-Werke in Augsburg der Prototyp eines viermotorigen Langstreckenbombers vorgestellt. Die Messerschmitt Me 264 sollte irgendwann in der Lage sein, von Europa aus die Ostküste der USA zu erreichen.
Hitler war begeistert von dem Gedanken an solch einen "Amerika-Bomber", der die US-Metropolen mit seiner explosiven Fracht in Schutt und Asche legen konnte. Was er allerdings nicht wusste: Konstrukteur Willy Messerschmitt hatte lediglich eine flugunfähige Attrappe präsentiert, um sich einen lukrativen Großauftrag zu sichern. Wann der Flieger einsatzbereit wäre, stand in den Sternen.
Große Hoffnungen setzte die NS-Riege angesichts der sich abzeichnenden Nieder-lage auf so genannte Wunderwaffen. Die "Heeresversuchsanstalt" in Peenemünde auf Usedom galt als Füllhorn solcher Ideen: Wo 1942 bereits die bekannte V2-Rakete mehr oder weniger erfolgreich in den Himmel geschossen wurde, sollte bei Kriegsende endlich eine "Amerika-Rakete" abheben.
25 Meter lang sollte die A-9/A-10-Rakete sein - rund zehn Meter länger als die V2. Der knapp hundert Tonnen schwere Flugkörper würde bis in 24 Kilometer Höhe steigen und dann seinen Zielanflug auf die USA beginnen. Eine weitere Studie sah vor, die Rakete von einem Piloten steuern zu lassen, der sich kurz vor dem anvisierten Zielgebiet per Schleudersitz in Sicherheit bringen sollte - ein wahres Himmelfahrtskommando.
Zumindest theoretisch kannte der destruktive Erfindergeist deutscher Ingenieure kaum Grenzen: So sind auch Planspiele überliefert, modifizierte V2-Raketen in Schwimmkörpern mit U-Booten bis vor die amerikanische Ostküste zu schleppen. Dort hätte man die Behälter geflutet, so dass die Raketen senkrecht aus dem Wasser geragt hätten - klar zum Abschuss.
Möglich war die Entwicklung der NS-Kriegstechnologien indes nur durch den brutalen Einsatz von Zwangsarbeitern. Sie starben zu Tausenden in unterirdischen Fertigungsanlagen und geheimen Fabriken. Aber auch etlichen Freiwilligen hätte der Einsatz der "Amerika-Waffen" einen jämmerlichen "Heldentod" beschert: Wenn sie als "Selbstopfer"-Piloten fliegender Bomben, die von einem Trägerflugzeug starten sollten, in New Yorker Wolkenkratzer eingeschlagen wären.
Knappes Material und dilettantische Agenten
Gemein war den hochfliegenden NS-Angriffsplänen am Ende nur eines: Dass sich keiner von ihnen umsetzen ließ. Zwar präsentierte das US-Magazin "Life" seinen Lesern im Dezember 1941 eine Skizze des Big Apple unter dem Titel "Wie Nazi-Flugzeuge New York bombardieren könnten". Und New Yorks Bürgermeister Fiorello LaGuardia wurde an gleicher Stelle 1944 mit der Befürchtung zitiert, dass deutsche Raketen in den USA einschlagen könnten. Doch weder ein "Amerika-Bomber" noch eine gleichnamige Rakete tauchte jemals am New Yorker Himmel auf.
Vor allem der alliierte Bombenhagel auf deutsche Produktionsstätten hatte die Weiterentwicklung transatlantischer Angriffsszenarien ständig verzögert und sie mit fortwährender Kriegsdauer unmöglich gemacht. Materialknappheit, Mangel an Zeit und die schiere Bandbreite immer neuer technischer Projekte trugen ebenso dazu bei, dass Hitlers amerikanischer Flammentraum unerfüllt blieb, wie schon der Dilettantismus während der Operation "Pastorius".
Deren Mitglieder wären wohl auch ohne das Zutun von Überläufer Dasch früher oder später aufgeflogen: Schon in Paris schied ein Agent des Kommandos mit einem Tripper aus der Kommandomission aus. Und in den USA soll Edward Kerling, Anführer der Florida-Gruppe, vollmundig einem alten Freund von seinem Geheimauftrag erzählt haben. Kerlings Kollege Herbert Haupt besuchte gar seinen Vater in Chicago: Den bat er, ihm ein schwarzes Pontiac-Coupé zu kaufen - schließlich sei er im Auftrag der deutschen Regierung unterwegs.


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü