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Book Tipp "NY"




New York kann schlafen

An dieser Stelle müssen wir einen Mythos zerstören, an den wir - gestützt durch eigene Anschauung - gern geglaubt haben. New York, so will es der Mythos, ist die Stadt, die niemals schläft. Tut sie aber doch. Und Christopher Thomas hat sie fotografiert. Alles ist leer, alles still auf diesen Bildern. Kein Mensch ist zu sehen. Hin und wieder parkt am Bildrand ein Auto. Und nicht die unbekannten Ecken scheinen auf diesen Polaroids komplett unbewohnt. Es sind die bekannten. China Town, der Union, der Times Square, die Brücken, der Vorplatz vom Guggenheim Museum. Magisch sieht das aus, so wie man die totfotografierte Stadt tatsächlich noch nie sah. Und fast beängstigend. Wie nach einem gigantischen Anschlag. Thomas Glavinic hat von einer Welt ohne Menschen erzählt. Christopher Thomas gibt eine Ahnung, wie sie aussähe.
Christopher Thomas: New York Sleeps. Prestel, München. 144 S., 39,95 Euro.



Hausgemachte Wurst seit 1938
New York wird moderner und teurer. Wenn das Viertel sich verändert, können kleine Familiengeschäfte oft nicht mehr mithalten. James und Karla Murray haben die schönsten der verschwindenden Ladenfronten fotografiert
Kleine Läden für Eisen- oder Backwaren, Schuhreparaturen oder Haustierbedarf prägen unser Viertel, unseren Stadtteil, unser Dorf. Das ist in der Megapolis New York nicht anders als in einer deutschen Kleinstadt. Die Fassaden der kleinen, von Familien oft seit Generationen betriebenen Geschäfte prägen das Gesicht eines Viertels, oft ohne dass wir uns ihrer bewusst werden. Der vertraute Anblick – abblätternde Farbe, handgemalte Sonderangebot-Plakate – steht dafür, dass Zuhausesein manchmal einfach nur heißt zu wissen, wo es den frischesten Fisch gibt. Schon immer gegeben hat. Aber New York will überall schicker werden – und wird damit teurer. Viele Shops müssen dichtmachen, weil das Haus, in dem die Ladentheke steht, verkauft oder abgerissen wird. Weil die Kunden ausbleiben. Oder weil sich keiner findet, der das Geschäft weiterführen will. Und selbst wenn der Laden bleibt, sehen viele Besitzer sich gezwungen, ihn aufzumöbeln und moderner aussehen zu lassen – so wie der ganze Stadtteil moderner geworden ist.
In allen fünf Bezirken von New York City haben James und Karla Murray die Fassaden kleiner Läden, die es ins neue Jahrtausend geschafft haben, mit der Kamera festgehalten. Höchste Zeit – fast ein Drittel der Läden, die sie fotografiert haben, ist schon verschwunden. Das Buch mit den Namen:
James T. Murray : Store Front - The Disappearing Face of New York. Amazon.de 59,90 Euro


Taschen’s New York

Das Konzept ist nicht neu und hat zuvor auch schon bei „Taschen’s Paris“ funktioniert: eine – gewollt – subjektive Auswahl von Hotels, Restaurants und Geschäften, die nach Bekunden der Herausgeberin „nicht so sehr kurzlebige Trends und Hypes“ berücksichtigt, sondern „Klassiker und solche Adressen, die das Potenzial zum Klassiker von morgen haben“.
Zugegeben: die kurzen einführenden Texte und mehr noch die wunderbaren Fotos zeigen uns einen Ausschnitt von New York,
in dem Geld – fast – keine Rolle spielt. Doch auch den vielen, bei denen das leider der Fall ist, bietet dieses Buch eine attraktive Facette des Big Apple und manche Anregung – wie etwa, um beim Apfel zu bleiben, den Besuch des
futuristischen Apple Stores in der 5th Avenue,
dessen Eingang ein zehn Meter hoher Glaskubus ist, in dem ein leuchtendes Apple-Logo schwebt.
Taschen’s New York. Hotels, Restaurants & Shops. Geb., 402 S. Taschen Verlag, Köln. EUR 30,90.


Eine Oase im 24. Floor
Weil sie heute am Boden kaum noch Platz finden, müssen die Gärten in New York weit oben wachsen. Sogar auf den Dächern der Wolkenkratzer grünt es. Den fehlenden Raum und die begrenzten botanischen Möglichkeiten gleichen die Garten- und Landschaftsarchitekten mit Kreativität aus. Die Fotografin Betsy Pinover Schiff hat die außergewöhnlichsten grünen Refugien der Metropole festgehalten. Sie besuchte öffentliche Terrassen und erhielt exklusiven Zutritt zu den privaten Dachgärten der Prominenz.
In dem Bildband Die Gärten von New York illustrieren ihre Fotografien die verschiedenen Arten der Gartenkultur, von romantischen Märchengärten bis zu kühler geometrischer Architektur.
Ein besonderes Beispiel sind die Art-déco-Gärten (Bild links), die in den dreißiger Jahren auf vier Dächern des Rockefeller Centers angelegt wurden. Sie begründeten die New Yorker Tradition der "Gardens for the view". Gärten, die man von zahllosen Fenstern aus bewundern kann
.
Die Gärten von New York. Veronika Hofer, Betsy Pinover Schiff. Hirmer Verlag München, 2010. 240 Seiten, 127 Farbtafeln und 51 Abbildungen in Farbe. 58,00 €






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